Mir fällt immer wieder auf: Führungskräfte merken sehr genau, was jemand im Team braucht. Und dann entscheiden sie in dessen Sinne, ohne nachzufragen. Das ist gut gemeint, und trotzdem bleibt es eine Annahme. Die Person wurde nie gefragt.

Meine These: Empathische Führung zeigt sich in der Frage, die du vor einer Entscheidung stellst. Sie lautet: Was brauchst du dafür von mir?

Was diese Frage verändert

Du erfährst die tatsächliche Sachlage, und dein Gegenüber merkt, dass seine Sicht zählt. Dahinter stecken drei Wirkungen.

Die tatsächliche Sachlage. Von außen sieht eine Führungskraft nur einen Teil der Situation. Die Frage zeigt dir, was die Person selbst für nötig hält und was sie von dir braucht. Deine Entscheidung wird dadurch genauer, weil sie auf Wissen beruht.

Die Sicht des Gegenübers. Wer gefragt wird, erlebt eine Entscheidung anders als jemand, über den entschieden wird. Die Frage zeigt: Deine Perspektive hat Gewicht. Das stärkt das Vertrauen im Team.

Die frühe Unterstützung. Wer früh fragt, erkennt früh, wo Unterstützung nötig ist, und lässt den Rest in Eigenverantwortung. Das stärkt die Selbstwirksamkeit im Team und schafft dir Freiraum für strategische Arbeit.

Alle drei Wirkungen haben eines gemeinsam: Du triffst Entscheidungen gemeinsam mit der Person, die sie betreffen.

So probierst du es diese Woche aus

Wähle eine Entscheidung, bei der du schon zu wissen glaubst, was dein Gegenüber braucht. Genau dort lohnt sich die Frage am meisten.

  • Stelle vor der Entscheidung die Frage: Was brauchst du dafür von mir?
  • Höre zu, ohne die Antwort sofort zu bewerten.
  • Notiere, was du Neues erfahren hast und was sich an deiner Entscheidung verändert.

Vielleicht stellst du fest, dass deine Annahme gepasst hat. Auch dann hat sich etwas verändert: Du weißt es jetzt, und dein Gegenüber hat erlebt, dass seine Sicht zählt.

Wo das in meiner Arbeit ankommt

Fragen statt Annahmen zieht sich durch meine Arbeit mit Führungskräften. Keine Annahmen treffen ist eine der Verhaltensweisen im KOMPASS DER EMPATHISCHEN FÜHRUNGTM. Erfahrungsgemäß gehört sie zu denen, die am meisten Entwicklung brauchen.

Ich meinen mehr als 12 Jahren Führungserfahrung auf verschiedenen Managementebenen, bis in die Geschäftsführung, habe ich irgendwann gemerkt: Richtig angekommen fühle ich mich erst, wenn ich andere auf genau diesem Weg begleite. Heute arbeite ich als Führungskräfte-Coach. Den KOMPASS DER EMPATHISCHEN FÜHRUNGTM habe ich aus den Forschungsergebnissen meiner Promotion entwickelt.

Empathie ist dein wichtigstes Führungstool. Eine Frage genügt, um es heute einzusetzen. Wenn du wissen möchtest, welche Frage in deiner aktuellen Führungssituation den größten Unterschied macht, melde dich gerne bei mir für ein kostenfreies Kennenlerngespräch. Ich freue mich auf den Austausch mit dir.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert